Die Höhe der Ausgaben für Bildung gibt an sich jedoch keine Auskunft über die Qualität, Effizienz
und die Effektivität der Leistungserbringung von Bildungssystemen. Eine substanzielle
Steigerung der Bildungsausgaben bedeutet daher nicht, dass sich automatisch auch die Ergebnisse
des Bildungswesens im gleichen Ausmaß bzw. überhaupt verbessern. Vielmehr wird
die Schaffung einer effizienten Anreizstruktur mit klaren Zieldefinitionen in Verbindung
mit einem regelmäßigem Monitoring der Input-Output-Relationen als wesentliche Bedingungen
für die Qualitätssteigerung hervorgehoben. Bishop und Woessmann (2002) haben
in ihrem institutionellen Modell die fördernden und hemmenden Faktoren für Qualität
herausgearbeitet. Das bürokratisch-föderalistische Modell in Österreich weicht in Bezug auf
die Gewichtung der Faktoren weitgehend davon ab (Lassnigg et al., 2007; OECD, 2007a;
Lassnigg & Vogtenhuber, 2009). Nach heutigem Stand der internationalen Forschung ist
dieses System nicht nur ineffizient, sondern auch ungerecht (OECD, 2005b; Hanushek &
Woessmann, 2006; Schuetz, Ursprung & Woessmann, 2005).
Günter Haider & Lorenz Lassnigg, in: Werner Specht (Hrsg.), Nationaler Bildungsbericht, Österreich 2009, Band 1: Das Schulsystem im Spiegel von Daten und Indikatoren, Seite 33